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Wie wechsele ich die Dichtschnur beim Kaminofen?

Wie wechsele ich die Dichtschnur beim Kaminofen?

8 Min. Lesezeit

Die Dichtschnur am Kaminofen wechseln Sie so: alte Schnur und Kleberreste vollständig entfernen, die Nut von Ruß, Staub und Fett befreien, hitzebeständigen Dichtschnurkleber in die Nut einbringen, die neue Glasfaserschnur einlegen und andrücken, dann laut Fermit-Datenblatt etwa 2–3 Stunden aushärten lassen und den Ofen erst danach langsam hochheizen. Die Schnurstärke richtet sich nach der Nut der Ofentür, nicht nach einer Faustregel. Wie Sie messen, welche Durchmesser es gibt und woran ein Wechsel nachträglich scheitert, steht in den folgenden Abschnitten.

Was ist eine Ofendichtschnur?

Eine Ofendichtschnur ist eine hitzebeständige Rundschnur aus Glasfaser, die in der Nut von Ofen- und Kamintüren liegt und den Spalt zwischen Tür und Korpus abdichtet. Die Fermit Glasfaser-Rundschnur ist laut Datenblatt bis +550 °C temperaturbeständig.

Das Datenblatt nennt als Anwendungsgebiete die Dichtung im Ofen bzw. als Kesseldichtung sowie die Isolierung von heißen Rohrleitungen, Abgasleitungen, Schalldämpfern und Wärmetauschern. Als Eigenschaften führt es auf: keine Rauchentwicklung, Flexibilität, beständig gegen Lösungsmittel und standhaft bei den meisten Säuren und Laugen.

Neben der Rundschnur gibt es Flachband und vierkantige Packung, ebenfalls aus Glasfaser und laut Datenblatt mit +550 °C angegeben. Welche dieser Bauformen zu welcher Nut passt, ordnet der Beitrag Ofendichtung: Rundschnur, Band oder Packung? ein.

Welche Dicke sollte die Ofendichtschnur haben?

Die Ofendichtschnur muss zur Nut der Tür passen: Messen Sie Breite und Tiefe der Nut und wählen Sie den Durchmesser danach aus. Eine feste Zugabe-Regel („so und so viel Millimeter dicker als die Nut") nennt der Hersteller Fermit in seinen Datenblättern nicht. Wir geben deshalb auch keine an.

Was sich belastbar sagen lässt:

  • Nut messen, nicht schätzen. Breite und Tiefe der leeren, gereinigten Nut mit dem Messschieber aufnehmen.
  • Die ausgebaute Schnur als Vergleichsmuster aufheben. Sie zeigt Bauform und ungefähre Stärke, bis die neue Schnur eingepasst ist.
  • Wo der Ofenhersteller die Türdichtung als Ersatzteil mit Maß führt, gilt seine Angabe.
  • Nach dem Einlegen prüfen. In der Praxis bewährt hat sich die Papierprobe: einen Papierstreifen zwischen Dichtung und Korpus legen, Tür schließen, Streifen herausziehen. Geht er mit spürbarem Widerstand heraus, ohne zu reißen, sitzt die Dichtung. Diese Probe ist eine Werkstattregel, keine Datenblattangabe.

Die Durchmesser, die laut Fermit-Datenblatt erhältlich und bei uns geführt sind:

AusführungDurchmesser bei MEKISAN geführtArtikel
Glasfaser-Rundschnur weiߨ 5, 6, 8, 10, 12, 14 und 20 mm11531–11537, z. B. Ø 5 mm, Ø 10 mm, Ø 20 mm
Glasfaser-Rundschnur grafitiertØ 5, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 20 und 25 mm11580–11583, 11590–11593, 11595, z. B. Ø 5 mm, Ø 6 mm
Set Schnur + KleberØ 6, 8, 10 und 12 mm, Schnur 2,5 m11554–11557

Die Rundschnur kommt als Rollenware (je nach Durchmesser 25 bis 100 m laut Datenblatt), die Sets enthalten 2,5 m Schnur samt Kleber.

Wie befestige ich die Ofendichtung?

Die Ofendichtung wird mit einem hitzebeständigen Dichtschnurkleber in der Nut befestigt: Nut mit Kleber füllen, Schnur einlegen und andrücken. So beschreibt es das Fermit-Datenblatt zum Schamottkleber HT 1100 für die Tube.

Der Fermit Schamottkleber HT 1100 ist laut Datenblatt bis +1.100 °C temperaturbeständig, also deutlich höher als die Schnur selbst (+550 °C). Er ist als Tube und als Kartusche erhältlich. Das Einkleben einer Glasfaserschnur beschreibt das Datenblatt bei der Tube, die Kartusche ordnet es den großflächigen Klebungen zu.

Vier Punkte aus dem Datenblatt, die über die Haftung entscheiden:

  • Der Untergrund muss laut Datenblatt (Abschnitt Kartusche) sauber, staubfrei und fettfrei sein; bei der Tube gilt in der Praxis dasselbe.
  • Verarbeitet wird laut Datenblatt bei +5 °C bis +40 °C. Praktisch heißt das: Der Ofen sollte abgekühlt, der Raum aber nicht kalt sein.
  • Beim Einkleben der Glasfaserschnur in die Ofentür beträgt die Aushärtezeit laut Datenblatt circa 2–3 Stunden. Danach kann der Ofen langsam hochgeheizt werden.
  • Vollständig aushärten lässt der Kleber laut Datenblatt erst, wenn auf über 200 °C hochgeheizt wird; die Durchhärtungszeit gibt das Datenblatt mit 48 Stunden an, bei großflächigen Klebungen mit der Kartusche ebenfalls mit 48 Stunden.

Für Flachbänder gibt es selbstklebende Ausführungen. Bei Rundschnur und Packung bleibt der Kleber der Weg.

Wie wechsele ich die Dichtschnur beim Kaminofen?

Sie entfernen die alte Schnur, reinigen die Nut, kleben die neue Schnur mit hitzebeständigem Kleber ein und heizen nach der Aushärtezeit langsam an. Im Einzelnen:

  1. Alte Dichtung ausbauen. Schnur herausziehen, Kleberreste aus der Nut kratzen. Die alte Schnur als Vergleichsmuster aufheben.
  2. Nut reinigen. Staub, Ruß und Fett müssen vollständig weg, sonst hält der Kleber nicht.
  3. Nut messen und Schnur wählen. Durchmesser nach der Nut wählen, Bauform nach der Nutform (siehe Abschnitt zur Dicke oben).
  4. Kleber einbringen. Die Nut mit Kleber füllen; Verarbeitungstemperatur laut Datenblatt +5 °C bis +40 °C.
  5. Schnur einlegen und andrücken. Am Anfang beginnen, die Schnur ohne Zug in die Nut legen, auf Länge abschneiden, die Enden stumpf aneinander setzen und andrücken.
  6. Tür schließen, Sitz prüfen. Mit der Papierprobe an mehreren Stellen kontrollieren, ob die Dichtung umlaufend anliegt.
  7. Aushärten lassen, dann langsam anheizen. Laut Datenblatt circa 2–3 Stunden, danach langsam hochheizen; vollständig härtet der Kleber erst über 200 °C aus.

Der Ablauf selbst ist Praxis aus dem Ofenbau; was aus dem Fermit-Datenblatt stammt, ist in den Schritten als „laut Datenblatt“ gekennzeichnet.

Für den einzelnen Wechsel vor Ort sind die Sets aus Schnur und Kleber gedacht (Ø 6, 8, 10 oder 12 mm, Schnur 2,5 m). Laut Datenblatt sind sie für die Dichtung der Ofen- und Kamintüre bzw. als Brennertürdichtung vorgesehen. Wer regelmäßig Türen dichtet, arbeitet mit Rollenware und Kleber getrennt.

Welche Ofendichtschnur ist die beste?

Eine pauschal beste Ofendichtschnur gibt es nicht. Die richtige ist die, deren Bauform und Durchmesser zur Nut passen und deren Temperaturbeständigkeit zum Einsatzort passt.

Zwei Dinge helfen beim Vergleich:

  • Weiß oder grafitiert: Beide Fermit-Rundschnüre sind laut Datenblatt mit +550 °C angegeben. Die grafitierte Ausführung reicht im Durchmesser-Raster bis Ø 25 mm, die weiße bis Ø 20 mm. Einen Leistungsunterschied zwischen beiden nennen die Datenblätter nicht.
  • Temperaturangaben nur innerhalb derselben Bauart vergleichen. Die +1.100 °C des Klebers gelten für den Kleber, nicht für die Schnur. Wer ein Set mit „bis 1.100 °C" liest, muss wissen, dass die Schnur darin laut Datenblatt mit +550 °C angegeben ist.

Alle technischen Datenblätter zu Schnur, Band, Packung und Kleber stehen gesammelt im Fermit-Datenblattverzeichnis. Laut Hersteller sind die Angaben dort keine zugesicherten Eigenschaften; für den konkreten Ofen gelten Eigenversuche und die Angaben des Ofenherstellers.

Woran ein Dichtungswechsel nachträglich scheitert

Drei typische Ursachen, wenn eine neue Dichtung nicht hält – keine davon liegt am Material.

Die Schnur passt nicht zur Nut. Ist sie zu dick, schließt die Tür schwer und steht unter Spannung. Ist sie zu dünn, liegt die Dichtung nicht an. Abhilfe ist das Messen vor dem Kauf, nicht das Nachdrücken danach.

Der Ofen wurde zu früh angeheizt. Wer die Aushärtezeit nicht abwartet, riskiert, dass sich die Schnur im Betrieb löst. Gehört in die Übergabe an den Betreiber, weil er den Ofen sonst am selben Abend in Betrieb nimmt.

Die Nut war nicht sauber. Auf Ruß, Staub oder altem Kleber hält auch ein guter Kleber nicht.

Wer beim selben Termin die Brennraumauskleidung prüft, findet im Beitrag Schamottsteine kleben oder tauschen den nächsten Arbeitsschritt. Für Abdichtungen am Rauchrohr gilt ein eigener Beitrag: Ofenrohr abdichten.

Häufige Fragen

Was ist eine Ofenschnur?

Eine Ofenschnur (auch Ofendichtschnur) ist eine Dichtung aus Glasfaser für Ofen- und Kamintüren, die in einer Nut liegt und meist eingeklebt wird. Die Fermit Glasfaser-Rundschnur ist laut Datenblatt bis +550 °C temperaturbeständig und wird außerdem zur Isolierung heißer Rohrleitungen, Abgasleitungen und Wärmetauscher eingesetzt.

Wie misst man die Dichtschnur eines Kaminofens?

Gemessen wird nicht die Schnur, sondern die Nut: Breite und Tiefe der gereinigten Nut mit dem Messschieber aufnehmen und den Durchmesser danach wählen. Die alte Schnur dient als Vergleichsmuster. Ob die neue Dichtung sitzt, zeigt nach dem Einlegen die Papierprobe; eine Herstellerregel für einen Zuschlag zur Nutbreite gibt es in den Fermit-Datenblättern nicht.

Wie wechsele ich die Dichtschnur am Ofen?

Alte Schnur und Kleberreste entfernen, Nut von Ruß, Staub und Fett befreien, Nut mit hitzebeständigem Kleber füllen, neue Schnur einlegen und andrücken. Laut Fermit-Datenblatt härtet der Kleber beim Einkleben in die Ofentür in circa 2–3 Stunden aus; danach den Ofen langsam hochheizen.

Wie lange muss der Kleber aushärten, bevor der Ofen wieder läuft?

Beim Schamottkleber HT 1100 nennt das Datenblatt für das Einkleben der Glasfaserschnur in die Ofentür circa 2–3 Stunden, danach kann langsam hochgeheizt werden. Die Durchhärtungszeit gibt es mit 48 Stunden an, vollständig härtet der Kleber erst beim Hochheizen auf über 200 °C aus.

Welche Temperatur hält eine Ofendichtschnur aus?

Die Fermit Glasfaser-Rundschnur, das Glasfaser-Band und die Glasfaser-Packung sind laut Datenblatt jeweils bis +550 °C temperaturbeständig. Der zugehörige Schamottkleber HT 1100 ist laut Datenblatt bis +1.100 °C beständig.

Schnur, Band, Packung und Kleber für den Dichtungswechsel führt MEKISAN für Hafner, Ofenbauer und den Fachhandel, gesammelt unter Fermit Ofen- und Kamintechnik.

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