Die Solarflüssigkeit wird gewechselt, wenn die Messung es verlangt, nicht nach Kalender: Ein festes Intervall gibt es nicht, das Produktinformationsblatt der SANIT SolarFlüssigkeit führt bei der Mindesthaltbarkeit ausdrücklich „keine Angabe". Ob ein Wechsel fällig ist, entscheiden Sichtprüfung, Frostschutzwert und pH-Wert einer Probe aus der Anlage, jeweils verglichen mit dem Neuzustand.
Dieser Beitrag richtet sich an den Fachhandel und an Betreiber mit eigener Instandhaltung, die Wärmeträgerflüssigkeit bevorraten oder für Wartungskunden beschaffen. Als Referenz dient das Produktinformationsblatt (PIB) der SANIT SolarFlüssigkeit, eines anwendungsfertigen Wärmeträger- und Frostschutzmediums auf Basis von 1,2-Propandiol. Alle Kennwerte stammen aus diesem Blatt. Wo der Hersteller nichts angibt, steht das dabei.
Wann muss man die Solarflüssigkeit wechseln?
Gewechselt wird, wenn die Probe bei einem der drei Prüfschritte deutlich vom Neuzustand abweicht. Das Alter der Füllung allein ist kein Kriterium, denn das PIB nennt keine Mindesthaltbarkeit und kein Wechselintervall.
Die Reihenfolge der Beurteilung:
- Sichtprüfung. Die SANIT SolarFlüssigkeit ist laut Datenblatt rot eingefärbt. Eine Probe, die in Farbe oder Klarheit sichtbar davon abweicht, ist ein Grund für die weiteren Messungen.
- Frostschutz. Der gemessene Wert wird gegen die Frostschutzangaben des Datenblatts gehalten (siehe Tabelle unten).
- pH-Wert. Der Neuwert liegt laut Datenblatt bei ca. 8,0.
Einen Grenzwert, ab dem gewechselt werden muss, nennt das PIB weder für den Frostschutz noch für den pH-Wert. Diese Lücke füllt das PIB nicht; die Entscheidung trifft der Fachbetrieb an der Anlage, auf Grundlage der Abweichung vom Neuzustand.
Zwei Betriebsbedingungen aus dem Datenblatt gehören in jede Beurteilung. Die optimale Einsatztemperatur liegt laut Datenblatt bei −28 °C bis 170 °C. Und die Anlage muss als geschlossenes System ohne Luftsauerstoff ausgeführt sein. Läuft eine Anlage außerhalb dieser Bedingungen, ist das ein Anlass, die Flüssigkeit engmaschiger zu prüfen.
Wie prüft man Solarflüssigkeit?
Geprüft wird an einer Probe aus dem Entleerungs- oder Spülhahn: der Frostschutz mit einem Refraktometer, der pH-Wert mit Indikatorstäbchen oder einem pH-Meter. Beide Werte sagen erst etwas aus, wenn man sie mit dem Neuzustand vergleicht. Für die SANIT SolarFlüssigkeit lauten die Werte laut Datenblatt:
| Kennwert | Neuzustand laut Datenblatt |
|---|---|
| Frostschutzbasis | 1,2-Propandiol |
| Glykolanteil | ca. 47 % |
| Eisflockenpunkt | −24 °C |
| Mittlerer Frostschutzwert | −28 °C |
| Maximaler Frostschutz (Eisstockpunkt) | bis −32 °C |
| pH-Wert (ASTM-D 1287) | ca. 8,0 |
| Reservealkalität | 9,5 ml 0,1 n HCl |
| Spezifisches Gewicht (DIN 51757) | 1,04 g/ml |
| Viskosität bei 20 °C | 5,8 mm²/s |
| Wärmeleitfähigkeit bei 20 °C | 0,40 W/m·K |
| Siedepunkt (ASTM-D 1120) | > 103 °C |
| Flammpunkt | > 100 °C |
| Farbe | rot eingefärbt |
Beim Frostschutz führt das Datenblatt drei Werte: Eisflockenpunkt −24 °C, mittlerer Frostschutzwert −28 °C und Eisstockpunkt bis −32 °C. Wer einen Messwert oder zwei Produkte vergleicht, klärt deshalb zuerst, welcher der drei Werte gemeint ist. Ein „−28 °C" aus einem anderen Datenblatt ist nur dann gleichwertig, wenn es ebenfalls den mittleren Frostschutzwert bezeichnet.
Die Reservealkalität steht im Datenblatt als Kennwert des Neuzustands. Eine Vorgabe, wie oft oder mit welchem Verfahren sie an der Anlage nachzumessen ist, enthält das PIB nicht.
Kann man Solarflüssigkeiten vermischen?
Für die SANIT SolarFlüssigkeit gibt das Datenblatt eine klare Vorgabe: „Bei Flüssigkeitsverlusten darf nur mit SANIT SolarFlüssigkeit aufgefüllt werden. Kein Wasser nachfüllen!" Zur Verträglichkeit mit Solarflüssigkeiten anderer Hersteller macht das PIB keine Angabe. Belegt ist also nur die Herstellervorgabe: nachgefüllt wird sortenrein und ohne Wasser.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Nach jedem Nachfüllen gehört eine Frostschutzmessung ins Wartungsprotokoll, damit der Zustand der Füllung dokumentiert ist. Und wer die Erstbefüllung einer Anlage geliefert hat, sollte dasselbe Medium für spätere Nachfüllungen verfügbar halten können.
Laut Datenblatt ist die Formulierung nitritfrei, phosphatfrei, sekundär-aminfrei und boratfrei. Welche Wirkung eine Mischung mit einem anders formulierten Produkt hätte, lässt sich aus dem PIB nicht ableiten, deshalb bleibt es hier bei der wörtlichen Nachfüllvorschrift.
Häufige Fragen
Wie oft muss die Solarflüssigkeit gewechselt werden? Ein festes Intervall gibt es nicht. Das Produktinformationsblatt der SANIT SolarFlüssigkeit führt bei der Mindesthaltbarkeit „keine Angabe"; gewechselt wird, wenn Sichtprüfung, Frostschutz- oder pH-Messung deutlich vom Neuzustand abweichen.
Welcher pH-Wert gilt für frische SANIT SolarFlüssigkeit? Laut Datenblatt ca. 8,0, gemessen nach ASTM-D 1287. Einen Grenzwert für den Wechsel nennt das Datenblatt nicht.
Darf man Solarflüssigkeit mit Wasser auffüllen? Nein. Das Datenblatt schreibt vor: „Bei Flüssigkeitsverlusten darf nur mit SANIT SolarFlüssigkeit aufgefüllt werden. Kein Wasser nachfüllen!"
In welchen Gebinden ist die SANIT SolarFlüssigkeit erhältlich? Als 10-Liter-Kanister (Art. 3285) und 20-Liter-Kanister (Art. 3286).
Was die SANIT SolarFlüssigkeit für Lager und Einsatz bedeutet
Für den Fachhandel sind neben den Messwerten die Eigenschaften relevant, die Lagerung und Einsatzbreite bestimmen:
- Kein Gefahrgut, Wassergefährdungsklasse 1 laut Datenblatt.
- Biologisch abbaubar, Flammpunkt laut Datenblatt über 100 °C.
- Auch für Wärmepumpensysteme: Das Datenblatt weist das Medium ausdrücklich als Wärmeträgerflüssigkeit in Wärmepumpensystemen aus. Ein Artikel deckt damit Solar- und Wärmepumpenkreise ab.
- Anwendungsfertig: Die Konzentration ist ab Werk festgelegt (Glykolanteil ca. 47 %), Mischen vor Ort entfällt.
Im Sortiment stehen zwei Kanistergrößen: der 10-Liter-Kanister (Art. 3285) für Nachfüllmengen und der 20-Liter-Kanister (Art. 3286) für größere Befüllungen. Beide enthalten dasselbe Medium und teilen sich dasselbe Produktinformationsblatt.
Wer im selben Wartungstermin auch das Ausdehnungsgefäß betreut: Welches Füllmedium dafür in Frage kommt, beschreibt der Beitrag Gefäßfüller brennbar oder nicht brennbar. Die übrige Kessel- und Wartungschemie für die Heizsaison ist in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
Das gesamte SANIT-Sortiment an Wartungs- und Betriebschemie finden Sie auf der Übersicht SANIT-Chemie für Heizung und Sanitär; Bezugskonditionen für Wiederverkäufer stimmen wir über den Großhandelszugang ab.
